2001-05-13: Bitumenverfugungen
- FÜR MOTORRADFAHRER GLATTEIS IM SOMMER
Wir fordern MEHR SICHERHEIT FÜR ZWEIRADFAHRER AUF ÖSTERREICHS
STRASSEN
Eine Initiative von

BITUMEN
wird häufig für Ausbesserungsarbeiten benutzt. In den Merkblättern für
die Erhaltung von Asphaltstraßen werden Ausbesserungsverfahren unter
Verwendung von Bitumen nur für lokal begrenzte Schäden, wie Nahtschäden,
Risse, Fugen) empfohlen. Trotzdem werden Ausbesserungen mit Bitumen großflächig
vorgenommen.
Die gespritzte
oder geschlämmte Bitumenoberfläche wird mit Brechsand oder Edelsplitt
abgestreut und gewalzt, um die Griffigkeit von Bitumen zu verbessern.
Die Langzeitbeständigkeit der Oberflächenabstreuung ist aber stark
eingeschränkt und die Fahrbahnoberfläche verliert ihre relativ hohe
Griffigkeit durch starken Verschleiß und Beanspruchung.
Fahrbahnreparaturen unter Verwendung von Bitumen gelten als Zwischenlösung.
Bitumen hat einen sehr niedrigen Haftreibwert, der zudem stark von der
Witterung abhängt. Sowohl der maximale Kraftschlußbeiwert als auch der
Gleitbeiwert beträgt auf Bitumen um etwa ein Drittel der
"normalen" Asphaltoberfläche. Nasses Bitumen besitzt einen
Haftreibungswert, der mit der "Griffigkeit" von Glatteis
vergleichbar ist.
Auch bei höheren Temperaturen ist die Haftreibung gering, wie
Untersuchungen auf Fahrbahnen mit Bitumenausbesserungen ergaben. Schon
bei 23 Grad C. Außentemperatur besteht eine leichte Verformbarkeit des
Materials bei nur geringem Kraftaufwand. Hohe Temperaturen erzeugen
somit ein ähnliches Problem wie die Witterungsbedingung "Nässe".
Dies bedeutet in der Praxis:
Die maximale Schräglage beträgt nicht mehr 45 Grad, sondern nur noch
ca. 15 Grad. Gleichzeitig erhöht sich bei notwendigen Lenk- und
Abbremsmanövern das Risiko zu stürzen. Bei einer Geradeausbremsung
verlängert sich der Bremsweg um das 2- bis 3-fache, auch bei ABS-Motorrädern.
Durch verminderten Kraftschluß kann es beim Überfahren einer Bitumenfläche
mit geringem Reibwert zum Blockieren des entsprechend gebremsten Rades
kommen. Ein blockierendes Vorderrad verliert seine
richtungsstabilisierende Kreiselkraft und schon ein geringer
Lenkeinschlag reicht aus, um das Motorrad zu Sturz zu bringen.
Eine plötzliche Änderung
des Haftreibwertes hat unmittelbaren Einfluß auf die aktuelle Schräglage,
die sich ohne Einwirkung des Fahrers ändert. Dadurch kann die Gefahr
einer Kollision mit dem Gegenverkehr oder ein Abkommen von der Fahrbahn
entstehen. Weil nicht beide Räder gleichzeitig über die Fläche mit
vermindertem Reibwert fahren, kommt es zusätzlich noch zu einem
Spurenversatz des Fahrzeuges, der die Gefahr des Abkommens aus dem
eigenen Fahrbahnbereich bedeutet.
Quelle: Institut für Zweiradsicherheit, Essen
Wir fordern: Mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen für
Motorradfahrer
Wir haben am 04.11.1994 mit der Fa. STO Traun und nach Absprache mit der
O.Ö. Landesregierung, Hr. Ing. Reisenbichler, eine Teststrecke auf der
Weichstettner Bezirksstraße angelegt. Es wurden durch die Fa. Vialit
Braunau 160 lfm Risse mit dem herkömmlichen "Fugenplus" und
durch die Fa. STO 160 lfm Risse mit "STO Flex APS" verfugt.
"STO Flex APS" wird seitens der MAG als Alternativprodukt
betrachtet.
Im Juni 1996 fand ein diesbezüglicher Gesprächstermin mit Herrn
Hochmair, Landeshauptmannstellvertreter O.Ö., statt, wobei 9.028
Unterschriften, gesammelt in ganz Österreich, übergeben wurden, mit
welchen Änderungen der Verfugungsmaterialien gefordert wurde.
Im April 1997 folgte dann die offizielle Produktvorstellung bei der Fa.
STO Traun, wobei Hr. Ing. Ritzal, Wirtschaftsministerium Wien, Hr. Ing.
Reisenbichler, Landesregierung O.Ö., Hr. Ing. Hintringer, Prüfanstalt
O.Ö. Landesregierung, sowie Vertreter diverser Straßenmeistereien
anwesend waren. Anfangs wurde das Material mittels Videofilm präsentiert
und anschließend die praktische Arbeitsdurchführung demonstriert.
Im Rahmen eines Forschungsauftrages seitens des Ministeriums für
wirtschafliche Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Landesregierung
OÖ (Bodenprüfstelle) sowie der Fa. STO Traun wurden auf eine Laufzeit
von 3 Jahren Teststrecken angelegt. Diese befinden sich an der B 137
Innviertler Bundesstraße, B 145 Salzkammergut Straße und an der B 144
Gmundner Straße. Diese werden laufend durch die Prüfanstalt auf ihre
Tauglichkeit (d.h. Reibwertmessung, Beständigkeit Tau und Salz,
Haltbarkeit) überprüft.
Das Produkt